Wie wählt man die richtigen ETFs aus?

Angesichts einer riesigen und zugleich kaum überschaubaren Auswahl ist es für viele interessierte Anleger äußerst schwer, den individuell passenden ETF zu finden und in diesen letztendlich zu investieren. Um in diesem Zusammenhang die Anzahl infrage kommender Anlageprodukte zu verkleinern, sollten ein paar hilfreiche Auswahlkriterien herangezogen werden.


Den Anlagefokus definieren


Vor der konkreten Auswahl sollten Anleger ihren persönlichen Anlagefokus festlegen. Dabei geht es sowohl um die Anlageklasse (Anleihen, Aktien, Rohstoffe) als auch um die Gewichtung im Gesamtportfolio. Darüber hinaus lassen sich weitere Kriterien heranziehen, um den Anlagefokus noch enger einzugrenzen. Wer zum Beispiel in Aktien investieren möchte, muss sich für einen Handelsplatz entscheiden. Mit einem ETF können Anleger auf den internationalen Aktienmärkten, in einzelne Länder oder eine bestimmte Region investieren.

Zudem ist es möglich, in nachhaltige Unternehmen, in besondere Investmentthemen oder in eine bestimmte Branche Kapital zu investieren. Auf diese Weise können potenziell passende ETFs für die jeweilige Anlagestrategie ermittelt werden.


Die Wahl des Indexes


Sobald der Anlagefokus definiert ist, lässt sich der Index bestimmen. Besonders breit aufgestellte Markt-Indizes eignen sich in diesem Zusammenhang gut. Dabei spielt es eine eher untergeordnete Rolle, ob Anleger in nur einen ETF ihr Geld investieren oder ein etwas größeres Portfolio mit mehreren Anlageprodukten aufbauen möchten. Nach der Wahl eines oder mehrerer Indizes können verschiedene 

ETFs miteinander verglichen werden. Bekannte Aktien-Indizes wie MSCI World oder der DAX befindet sich bei nahezu jedem ETF-Anbieter in Angebot, wodurch die jeweiligen Produkte üblicherweise etwas günstiger verfügbar sind.


Einen passenden ETF-Anbieter finden


Ein Anbieter von ETFs, bei dem sich Anleger nicht wohlfühlen, gilt es zu vermeiden. Neben einem guten Service und einem ausgeprägten Dienstleistungsgedanken steht eine möglichst hohe Transparenz sowie eine gute Verständlichkeit der Informationen im Vordergrund bei der Wahl eines passenden ETF-Anbieters. Zu den größten Anbietern gehören hierbei Fondsgesellschaften sowie Großbanken.

Ein erstes positives Anzeichen ist es, wenn auf der Internetseite des jeweiligen Anbieters alle wichtigen Informationen stehen. Das Vorhandensein von laufend aktualisierten Factsheets für einen Fonds sollte ebenfalls keine Ausnahme darstellen.


Eine objektive Betrachtung ist wichtig


Es ist von großer Bedeutung, dass jeder Anleger die Auswahlkriterien für einen ETF unter einer objektiven Betrachtungsweise herausarbeitet und sich anhand dieser Basis entscheidet. Subjektive Entscheidungen oder gar emotionale Einflüsse können zu einer verfälschten Bewertung führen. Das Ansetzen von objektiven Bewertungsmaßstäben sorgt für einen klareren Blick auf die einzelnen Anlageprodukte und lässt Anleger über den Tellerrand hinausschauen.

Neue Ideen sowie kreative Anlagestrategien sollten stets Beachtung finden und nicht aufgrund einer persönlichen Einstellung sofort verworfen werden. Die Gewichtung der einzelnen Kriterien kann vor diesem Hintergrund unterschiedlich sein und hängt in der Regel von der persönlichen Einschätzung beziehungsweise Situation eines jeden Anlegers ab. Wie stark welches Kriterium also berücksichtigt wird, liegt im eigenen Ermessens- und Entscheidungsspielraum.

Anleger sollten nur Fonds berücksichtigen, die mindestens ein Jahr alt sind. Erst nach dieser Zeitspanne gibt es ausreichend viele Informationen, um einen Vergleich mit anderen Produkten durchführen zu können. Je älter ein Fonds ist, desto besser lässt sich für interessierte Anleger dessen Entwicklung einschätzen. Durch die historischen Marktdaten lässt sich darüber hinaus abschätzen, ob einem Fonds aus bestimmten Gründen die Schließung droht. Bei vergleichsweise jungen Fonds ist hin und wieder nicht ganz klar, ob der ETF wegen eines kurzen Bestehens ein geringes Volumen besitzt oder ob das Produkt bei Anlegern schlichtweg nicht gefragt ist und die Gefahr einer Schließung besteht.

Foto Von photoopus, stock.adobe.com

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